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5. Odlo City Biathlon 2009 / Petrus ist auch ein Biathlonfan Fotos vom City Biathlon in Püttlingen
Die schöne Köllertalstadt Püttlingen hat zum 5. Odlo City Biathlon 2009 mit verschiedenen Neuerungen aufgewartet. So wurde die Veranstaltung von zwei auf drei Tage erweitert. Die größte Neuerung war die 1. Fanclub - und Vereinsmeisterschaft am Samstagmittag am Kardinal Maurer Platz in Püttlingen. Hier sollte der Spaß im Vordergrund stehen und den hatten Teilnehmer und Zuschauer gleichermaßen. Zur Überraschung für den Veranstalter hatten sich 16 Teams ( bestehend aus je 4 Teilnehmern ) angemeldet. Die Wettkampfbedingungen sahen folgendes vor: Der Teamkapitän eröffnet den Wettbewerb indem er aus 10 m Entfernung mit dem Lasergewehr 5 Scheiben trifft. Danach übergibt er an ein Teammitglied, das zunächst 2 Runden mit einem Tretroller zurücklegen muss und anschließend beim Schießen wieder 5 Scheiben trifft. Wenn der Teamkapitän als letzter der 4 Starter die 2 Runden absolviert hat und den 5. Schuss versenkt hat, wird die Zeit angehalten. Eröffnet hat die Fanclubmeisterschaft der Püttlinger Bürgermeister Martin Speicher mit 2 Rollerrunden, auf denen er alles gab, dabei stets bemüht die zulässige Höchstgeschwindigkeit unter den wachsamen Augen der Polizei nicht zu überschreiten. Während Herr Speicher bravourös den Parcours umrundete ist ein Brautpaar vorbeigekommen, das natürlich gleich in die Meisterschaft integriert wurde. Die Braut hat sich als wahre Meisterschützin gezeigt und der Bräutigam hat den Parcours in einem Affenzahn bewältigt ( für Nichtsaarländer : mit hoher Geschwindigkeit ). Das gegnerische Team - bestehend aus 2 Männern, die als Frauen verkleidet waren ( Verein Neue Volksbühne Püttlingen ) hatte nicht den Hauch einer Chance.
Jetzt konnte die Fanclubmeisterschaft endlich beginnen. Großer Favorit war das WM Team 2012 Ruhpolding, das unter anderem mit Stadionsprecher Harry und DJ Lumpi sehr stark besetzt war. Die Laufleistung von Harry konnte restlos überzeugen. Sie stand der unserer laufstärksten Biathletin in nichts nach. Nach dem Genuss von Zielwasser in Form saarländischen Bieres belegte das Team Ruhpolding den hervorragenden 2. Platz ( die Dosis Zielwasser war entweder über- oder unterdosiert ). Überlegener Sieger wurde mit einer Fabelzeit das Püttlinger Taxifahrerteam Taxi Taxi ( wenn die in Püttlingen so schnell mit dem Taxi unterwegs sind, dann räumt schnell die Straße ). Dritter wurde das Team vom Tischtennisverein Püttlingen.
Nach der gelungenen Fanclubmeisterschaft heizte die Partyrockband Undercover – Mission to rock den Zuschauern bei herrlichem Sonnenschein mit deutschen und englischen Titeln kräftig ein. Bei Liedern wie „ Schifoan „ steppte der Bär und die Mäuse tanzten auf Tischen und Bänken. Hätten wir Schnee gehabt, er wäre geschmolzen.
Als die Stimmung fast auf dem Siedepunkt angelangt war, konnte die Athletenpräsentation die heuer erstmals in Püttlingen erfolgte, beginnen. Dabei wurden zunächst die Youngster vorgestellt. Anne Domeinski hat uns kurz vom Stress der Vorbereitung berichtet. Darauf angesprochen, gab Erik Lesser zum Besten, dass er Single sei und hat mit dieser Antwort Moderator, Zuschauer und wohl sich selbst verblüfft. Also meine lieben Damen - bitte Bewerbungsschreiben mit aussagefähigem Lichtbild neueren Datums an Erik senden ( aber erst nach der Saison ). Benedikt Doll hat bei seiner Präsentation wunderbar geschwäbelt. Kathrin Hitzer hat interessiert zugehört und sich gleich in heimatliche Gefilde versetzt gefühlt.
Bei der Präsentation der Biathletinnen ist der Moderator bei Xianying Liu an seine Grenzen gestoßen. Die Chinesin war weder der deutschen noch der englischen Sprache mächtig. Xianying hat das Interview schließlich auf ihre eigene charmante Weise mit Verbeugungen, einem gewinnenden Lächeln und winken geführt und hat damit die Herzen der Zuschauer im Sturm erobert.
Das nächste Highlight war die Präsentation der Biathleten. Michi Greis hofft nach einer späteren Beendigung seiner aktiven Laufbahn auf einen kleinen Posten als Offizieller was Kathrin beim Autogramme schreiben zu der Bemerkung „ Ja, bei mir „ veranlasste. Das Interview mit Maxim Tchoudov brachte die nächste Überraschung. Auch Maxim konnte kein Englisch. Zum Glück war eine russische Dolmetscherin unter den Zuschauern und so konnte das Interview problemlos geführt werden. Nach dem Interview überraschte Maxim den Moderator und die Zuschauer damit, dass er ein paar Sätze in Deutsch sagte.
Insgesamt waren bei der Athletenpräsentation weniger Biathleten / - innen als in den Jahren zuvor da, was daran lag, dass viele noch unterwegs waren. Sie hatten am gleichen Tag noch ein Rennen in Norwegen (Blinkfestival Sandnes ) bestritten. Von Kati hörten wir am nächsten Tag, dass sie gegen 1 Uhr in der Nacht auf Sonntag in Frankfurt - Hahn gelandet waren und erst gegen 4 Uhr im Hotel in Püttlingen eingetroffen sind. In einer Stimmung „ Hoffen und Bangen „ ging der Sonnenscheintag zu Ende. Für den nächsten Tag signalisierte die Wettervorhersage eine Regenwahrscheinlichkeit von 95 %.
Der Sonntag begann so wie er angekündigt war - mit kräftigen Regenschauern am frühen Morgen in Saarbrücken. Nach dem Frühstück hatte der Regen nachgelassen und so machte ich mich auf den Weg nach Püttlingen. Gegen 10 Uhr waren Marie Laure Brunet, Simon und Martin Fourcade schon beim joggen zu beobachten. Die brauchen wohl keinen Schlaf. Kurz darauf inspizierten Harry und DJ Lumpi die Strecke ( wohl um sie mit Ruhpolding zu vergleichen ). Pünktlich 12 Uhr begann das Anschießen. Vergeblich hielt ich Ausschau nach Dorothea Wierer, Lukas Hofer und Dominik Landertinger. Wie ich später erfuhr, mussten sie verletzungsbedingt absagen.
DJ Lumpi hatte zwischenzeitlich die Regie im Stadion übernommen und spielte von nun an die aus Ruhpolding bekannten Stimmungslieder. Jetzt konnte es losgehen. Als Kati Wilhelm auf ihrer Aufwärmrunde vorbeigekommen ist, hat sie die Zielgerade mit „Happy Birthday“ begrüßt. Alle hatten mitgemacht und so setzte sich unser Gesang bis ins Stadion fort. Kati war sichtlich gerührt. Welchen Stellenwert Püttlingen in den Augen der Athleten hat, zeigt der Start von Kati Wilhelm an ihrem Geburtstag und der Start von Svetlana Sleptsova kurz nach ihrem Geburtstag ( Freitag ). Kati und Svetja wir danken Euch dafür.
Pünktlich zum Beginn der Qualifikationswettkämpfe begann es leicht zu regnen. Wir hatten aber Glück und es war schnell vorbei und wir waren nicht nass geworden. Die Qualifikationsrennen wurden bereits mit vollem Ernst geführt und steigerten unsere Vorfreude auf die Finalwettkämpfe. Inzwischen war auch die ZDF Moderatorin Anja Fröhlich bei uns auf der Zielgeraden vorbeigekommen. Das versprach einen lustigen Nachmittag, denn ihr Name ist bei ihr Programm - es geht stets fröhlich zu. Anja bewies wieder ihr Multitalent als Moderatorin, als Stimmungsmacherin, als Gummibärchenjägerin für Kinder, sie ging auf die Jagd nach Batterien, die sich aus einem Foto selbständig machten und über die Strecke kullerten und sorgte nebenbei noch für die Sauberkeit der Strecke indem sie Grasbüschel von der Strecke kickte. Eben Anja Multifunktionale.
Die Youngster - Team - Challenge stand kurz bevor. Schnell habe ich noch mit unserer Sportkameradin Dani K. ( sie war extra 900 km aus Wien angereist um den City Biathlon live zu erleben ) gefachsimpelt wer wohl nach der Absage von Dorothea Wierer und Lukas Hofer am ehesten in der Lage wäre Marie Laure Brunet und Martin Fourcade zu besiegen. Wir erwarteten aber beide, dass Marie Laure und Martin siegen würden und so ist es auch nach einem großartigen Rennen gekommen. Auch die anderen Starter der Team - Challenge bewiesen ihre Extraklasse . Jennifer Horn und Florian Graf wurden Zweite, Anne Domeinski und Erik Lesser wurden Dritte. Unser großer Dank und Anerkennung gebührt aber auch dem Biathlon Team Saarland, welches kurzfristig für Dorothea und Lukas eingesprungen ist. Sie hatten zwar keine Chance gegen diese herausragenden Athleten, haben aber ihre Sache großartig gemacht und das vor 18.000 bis 20.000 Zuschauern. Das gebührt Respekt und Anerkennung für Julia Müller und Sebastian Alt.
Der Regen kam wieder näher. Es gab einen leichten Nieselregen und schon war es wieder vorbei. Sollte das Wetter uns tatsächlich hold sein? Das Finalrennen der Damen begann mit einer Schrecksekunde. Kathrin Hitzer blieb an einer Bande hängen und ist gestürzt. Wie sie später in einem Interview mitteilte, hat sie sich „ nur „ Schürfwunden zugezogen. Wir alle wissen aber wie schmerzhaft diese „ nur „ Schürfwunden sind und wünschen gute Besserung verbunden mit der Hoffnung auf keine weitere „ Bruchpilotensaison „ ( Ausspruch von Kathrin aus dem vorletzten Weltcupwinter ).
Das Finalrennen wurde verbissen geführt. Alle Athletinnen wurden - wie auch bei der Quali - von den Zuschauern begeistert angefeuert.
Mein Svetlana dawai, dawai war weithin zu hören und Svetlana hat sich über diese Unterstützung sehr gefreut. Angesichts unserer freundlichen Aufnahme in Khanty - Mansiysk war es mir diesmal wichtig besonders Svetlana Sleptsova und Maxim Tchoudov zu unterstützen. Nach einem spannenden Rennen hat schließlich Tora Berger gewonnen. Verbissen wurde noch der Kampf um die Plätze hinter Tora geführt. Kaisa Leena Mäkäräinen belegte schließlich knapp vor Juliane Döll den 2. Platz. Jule das war grossartig ! Kati Wilhelm wurde von ihren Kolleginnen kein Geburtstagsgeschenk in Form eines Stockerlplatzes gemacht. Sie wurde schließlich sechste. Svetlana hat sich für die Unterstützung bedankt, indem sie alle Hände auf der Zielgeraden abgeklatscht hat. Püttlingen war für sie ein tolles Erlebnis und das freut mich.
Das Finalrennen der Herren wurde mit noch größerer Spannung erwartet. Schließlich waren hier vier der fünf besten Athleten ( Gesamtweltcupstand ) des vergangenen Winters am Start. Martin Fourcade ersetzte dabei den erkrankten Dominik Landertinger. Immer öfter hörte ich in meinem Umfeld das Bedauern, dass Andi nicht am Start war. Andi hat im Saarland durch seine sympathischen Auftritte in der Vergangenheit sehr viele Fans hinzugewonnen. Andi viele Grüße von der Rasselbande. Das Finalrennen hat die großen Erwartungen voll gerechtfertigt. Die Wettkämpfe wurden noch härter ausgetragen. Ole Einar Björndalen sah nach dem ersten Schießen schon wie der kommende Sieger aus. Biathlon ist aber nicht berechenbar und es kam anders.
Maxim wurde von mir auf jeder Runde mit Maxim dawai, dawai begrüßt was er freundlich erwiderte. Als aber meine Großnichte mit ihren 8 Jahren ihn so lauthals als einzige Ruferin anfeuerte, war Maxim nur noch ein strahlendes Gesicht und glücklich. Er kam bei uns fortan nur noch lachend vorbei und wurde schließlich von der ganzen Zielgeraden so angefeuert. Maxim dawai, dawai war weithin zu hören. Arnd Peiffer erarbeitete sich im Verlaufe des Rennens einen immer größeren Vorsprung und gewann schließlich. Einen in dieser Härte und Verbissenheit bislang nur aus dem Weltcup bekannten Fight gab es schließlich im Kampf um den 2. Platz zwischen Michael Greis und Simon Fourcade. Michi war in der letzten Kurve noch knapp hinter Simon. Auf der Zielgeraden nutzte Michi den leichten Anstieg, wählte die bessere Innenbahn und kämpfte Simon auf der Zielgeraden in beeindruckender Art und Weise nieder. Das war Weltcupfeeling pur. Ole Einar wurde schließlich fünfter. Maxim Tchoudov war auf seiner letzten Runde anzusehen, dass ihm Püttlingen und die Stimmung hier großartig gefallen hat.
Die Athleten / - innen waren wieder voll des Lobes. Kati verglich Püttlingen wiederholt mit einem Weltcup in Oberhof. Nun waren die Rennen vorbei und der große Regen ist ausgeblieben. Petrus hat sich damit endgültig als Biathlonfan zu erkennen gegeben. Ich werde ein etwaiges Ansuchen um eine Mitgliedschaft in unserm Fanclub unterstützen.
Die Siegerehrung fand wie jedes Jahr im ODLO Park auf dem Kardinal-Maurer-Platz statt und wurde leider nicht von Anja Fröhlich moderiert. Schade ! Bei der Siegerehrung waren wieder alle Biathleten und Biathletinnen ( bis auf die verletzte Kathrin Hitzer ) vertreten. Sie wurden wieder kurz vorgestellt, äußerten sich sehr positiv über die Veranstaltung und gaben danach bereitwillig Autogramme. Der Bürgermeister Martin Speicher widersprach nochmals energisch allen Gerüchten, die von der letzten Biathlonveranstaltung sprachen. Er stellte klar, dass so lange er Bürgermeister in Püttlingen ist, es weiterhin Biathlon auf diesem Niveau hier geben wird und Herr Speicher wurde erst vor kurzem für 10 Jahre in seinem Amt bestätigt. Er ist wohl von den Biathlon verrückten Püttlingern der „ Verrückteste „ ( im positiven Sinne ).
Etwa 1 Stunde nach der Siegerehrung wurde noch vom Kardinal Maurer Platz die Sport - Arena des saarländischen Rundfunks live gesendet. Der Biathlonsport wurde dabei von Kati Wilhelm, Arnd Peiffer und Emil Hegle Svendsen vertreten. Die Sportler äußerten sich wieder positiv und versprachen wiederzukommen. Kati wurde zum Geburtstag ein typisch saarländischer Schwenker geschenkt. Das Biathlonfest in Püttlingen fand damit einen schönen Abschluss.
Leider fehlt Püttlingen im Winter der Schnee und die Berge ( obwohl Kräfte zehrende Anstiege hat es hier ja ), denn ansonsten wäre Püttlingen absolut Weltcupwürdig. Die Organisation war wieder hervorragend und ich freue mich schon auf die 6. Auflage im nächsten Jahr. Hoffentlich dürfen wir Andi im nächsten Jahr als Medaillengewinner der olympischen Winterspiele hier in Püttlingen begrüßen, so dass er endlich seinen Trend der vergangenen Jahre in Püttlingen 3, 2 und dann 1 ? ( Christina, Uli und ich hatten ihn im vergangenen Jahr aufgestellt ) fortführen kann.
Auf der Heimfahrt hat es dann in Völklingen kräftig angefangen zu regnen - aber jetzt durfte es ja auch ….
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