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Weltcup in Khanty Mansiysk Fotos vom Weltcup in Khanty Mansiysk
Nach langer Vorbereitung, von der Reisevorstellung mit Vassily über Flugplanung, Visum, Krankenversicherung , Teilzahlung und Ähnlichem war es dann am 24. März soweit. Schon mal vorweg : unser Dank gilt Moni und Manfred Sentkowski, die alles für uns managten und auch den 1. Treff, dass Holliday Inn am Flughafen Schönefeld orderten. Das Hotel stand mitten im Niemandsland . Also ab in die Botanik und ein Esslokal suchen. Nach einem Gewaltmarsch fanden wir endlich einen Griechen. Bei Ouzo und diversen Getränken wurde es noch ganz gemütlich, auch wenn Sie statt dem sündhaft teuren Limandesfilet, den Billigfisch Pangasius verwendeten. Unser Angelpapst Karli erkannte das sofort. Beim Servieren des Fisches zischte nur ein Wort durch seine zusammengepressten Lippen: „Pangasius. Der Shuttlebus des Hotels musste uns dann abholen, da wir zum Gehen zu schwach geworden waren. Am anderen Morgen ging es dann mit German Wings ab nach Moskau. Im trostlosen Flughafen wurden wir ganz schön ans Warten gewöhnt: Einreise, Pass, Visum, Zettel ausfüllen, die strenge Kontrolldame unverdächtig anlächeln (Nordwandblick) und das ewige Anstehen, was uns Deutschen ja sehr schwer fällt, brachte eine gewisse Spannung in die Gruppe. Als sich dann noch welche vordrängelten war ein Ehepaar schon in der ersten Krise. Die wepsige Dame wollte schon gleich wieder den Rückflug antreten. Im Wartesaal, mit Trinken und Essen und der neuen Eincheckung kehrte wieder Ruhe ein. Endlich ging es weiter nach Khanty. Beim Weg zum Flieger lernte ich meinen neuen Freund, den Weissbräu Werner kennen. Die Tupolev erinnerte mich beim Start, an einen Zahnarztbohrer. Ich muss wohl einen Kindersitz erwischt haben, denn es war sehr eng. Ich hätte die Essklappe aussägen müssen. Im Flieger herrschte gespannte Ruhe. Als dann beim Anflug die Durchsage kam, dass es wohl sehr schwer wird, was uns der Holzmichl aus dem Erzgebirge übersetzte und wir 5 mal anflogen, Fahrwerk ausfahren, durch die grellrote „ Hölle „ durch und wieder kreisen wurde es einigen sehr mulmig. Heidi betete einen Vater unser nach dem anderen. Erst als Sepp dann den Schlechinger Pfarrer um Hilfe anflehte, wagte der Pilot die Landung. Wir konnten plötzlich die Schneeverwehungen und die spiegelglatte Landebahn sehen. Mit Düsenumkehrschwung brachte der Pilot die Maschine gerade noch zum stehen. Vasily erwartete uns schon leichenblass am Flughafen. Er hatte auch die Durchsage gehört. Ich glaube viele hatten nicht bemerkt, wie knapp die ganze Sache war. Mit dem Bus ging es dann zu unserem „Gefängnis“. Mein Zimmer hatte ein Fenster und es war gar nicht so schlecht wie wir es uns vorgestellt hatten. Kein Schrank, Klo und Waschbecken auf dem Flur ist für uns Deutsche natürlich nicht mehr Standard.
Am anderen Morgen war alles anders. Wetter hervorragend - Frühstück im Sportlerhotel - statt Brötchen gab es Piroschki und Maultaschen - alles selber holen und lange warten. Wir trafen Andi, der sich sehr freute und viele andere Athleten. Nach dem Spaziergang in die City mit Vasily, der sich meiner Meinung nach weniger auskannte als wir, kam dann der große Höhepunkt. Die ersten Wettkämpfe. Da war sofort zu spüren, dass wir sehr willkommen waren. Die Siege von Peiffer und Bachmann und der Spitzenplatz für Andi brachte uns zum Kochen. Weissbräu Werner begrüßte uns bei der Siegerehrung mit Handschlag und ich musste dem russischen Fernsehen ein Interview geben. Vasily fungierte als Übersetzer. Das wunderbare Stadion, mit Superaufteilung, Rundumblick und alles nah und fotogerecht, brachte nicht nur Manni zum Schwärmen. Dank Karlis Flachmann, Weissbier und Wodka im saukalten Cola-Erdingerzelt ging der Abend für die meisten zu Ende. Der harte Kern legte im Kommunikations-Zimmer erst so richtig los. Von der kleinen Studentin bis zum Bussinesmensch und anderen schönen Mädchen war alles vertreten. Der Wodka und loses Bier in Plastikflaschen aus dem „Wildwestsupermarkt“ floss im „ Überfluss“.
Der 2. Tag war für Ausflüge eingeplant. Vasily war wieder nicht zu greifen. Ich persönlich hatte das Gefühl, das er bedrückt war und vor irgend etwas Angst hatte. Auf seine Empfehlung hin suchten wir den großen Trödel- und Fischmarkt. Dank meiner „ Super russisch Kenntnisse“, Lublu, Piroschky und Bivo war mein ganzer Wortschatz und die Freundschaft im Bus zur Kassiererin mit den Goldzähnen und einer älteren Mongolin fuhren wir durch die halbe Stadt und fanden am großen Fluss halb zusammengefallene Fischhallen , Eisangler und ein supermodernes Passagierdampfergebäude , aber keine Markthalle. Dafür stand plötzlich meine Russen-Olga vor mir, die ich schon in Oslo kennen gelernt hatte . Sepp fing vor Freude an zu jaulen, denn er hatte Sie in Hochfilzen kennen gelernt. Seine Enttäuschung war dann riesengroß als sich herausstellte, dass Sie Ihn da nur für mich hielt. Ab dann hatte Sie nur noch Augen für mich. Am Abend tauchte Sie dann auch im Kommunikations-Zimmer auf.
Die Markthalle besuchten wir am anderen Tag in entgegen gesetzter Richtung mit Vasily. Diese fand er erst nach längerem Fußweg und 20 x fragen. Trotz Glätte tänzelten die hübschen Russendamen mit Ihren hohen Stöckelschuhen wie Feen darüber hinweg, was unsere Damen leider nicht beherrschten. (Siehe Heidi). In der Halle gab es Trockenfisch und lauter Klöterkrams. Im Stadion am Nachmittag lief plötzlich alles anders. Uns wurden die besten Plätze angewiesen, die Kontrollen entfielen. Pinkeln im Hotel nur noch für uns und dann kam noch das ZDF mit Uschi Disl auf ein Live Gespräch in unsere VIP Lounge vorbei. Jetzt waren wir wer. Der Fanclub “Andi Birnbacher“, war zum Vorzeigeobjekt geworden. Was Merkel und Steinmeier nicht schafften, gelang uns ganz locker. Die „ Schwarzgrünen“ wurden auf Anhieb in der Welt bekannt. „Sentiliene“ brachte das Interview mit Uschi souverän über die Bühne und ganz Deutschland lag uns zu Füßen. Die Ergebnisse der Biathleten waren entsprechend gut. Plötzlich lief Vasily am Abend auch zu Hochform auf, denn er fand endlich das „ Hofbräuhaus „ im Birkenwald. Bei Weizenbier, Rouladen, Schweinshaxe und Leberkäse ließen wir es krachen. Die „gefährlichen Russen“ feierten mit uns und manche Flasche Wodka kam an unseren Tisch. Ich glaube umgekehrt in Deutschland wäre das nicht passiert. Zwei Taxis brachten uns im Renntempo wieder ins Hotel. Erst wieder Fußbodenparty mit „Geheimagenten „, dann die Müden ins Bett und der harte Kern in die nun schon bekannte Kammer.
Der Sonntag verlief wieder wie im Traum. Bis zum Stadion und hernach musste ich wieder als Bildermann zur Verfügung stehen. Ich kam mir vor wie Dieter Bohlen. Noch in Gedanken im Natur Museum, dem schönsten in ganz Russland, begann wieder der Wettkampf. Hernach war im kalten Zelt die letzte Meisterfeier angesagt. Meine Mädels zwangen mich zu vielen Busserln und Fotos. Ein paar von unseren Damen zog es lieber zum Wodka. Was auf dem Weg zum Hotel für Aufregung sorgte. Unsere Heidi lag plötzlich mit einem Salto Mortale auf der glatten Straße. Diesmal konnte Sepp sein Lachen unterdrücken. Trotzdem gingen meine Gedanken nach St. Johann, wo bei einem ähnlichen Sturz, allerdings mit Skiern, Heidi eine Gehirnerschütterung davontrug. Heidis Gebärden (unter Schock) brachte uns zum Lachen. Dann kam am Abend der Höhepunkt, die Biathletenabschiedsparty. Unsere Schlappis mussten ins Bett. So hielten Heiko und ich die Andifahnen hoch. Bis zum frühen Morgen hielt uns das ewige Getrommle und die grellen Diskoblitze in Atem. Für alle Mädels waren wir Ansprechpartner und Vermittler. Fachgespräche mit Ullrich und Krug und den Östereichern und allen Athleten waren trotz Lärm möglich. Das gute Bier floss in Strömen. Andi lief zu Hochform auf, Langnase torkelte in der Gegend rum und Arnd wurde von den Mädels verfolgt. Was dann noch so alles geschah steht unter Datenschutz und Schweigepflicht. Ein Taxi fuhr Heiko und mich über Hinterhöfe nach Hause. Eine halbe Stunde Schlaf und dann ging es um 6 Uhr früh zum Flughafen.
Mit übermüdeten Sportlern, der ARD-Crew, Funktionären und uns, ging es dann mit dem „Kinderflieger“ nach Moskau. Im Airport verbrachten wir im Cafe, mit Dösen, Getränken und Fachgesprächen unsere leider viel zu lange Wartezeit. Ein bedauerlicher Zwischenfall brachte plötzlich noch alles durcheinander. Sentis, Heiko und Chris brachten alles noch gerade so in die Reihe. So dass wir jedoch ohne drei nach Berlin fliegen mussten. Der Hotelbus brachte uns zu den Autos. Die etwas betagteren Heidi und Sepp waren am Ende Ihrer Kraft. Das Handy streikte der Autoschlüssel weg usw. Meine Kraft war 5 km von zu Hause weg. Nach kurzem Nickerchen erwachte ich rechtzeitig auf der anderen Seite am Bürgersteig, nichts passiert.
Mein Fazit: Aus dem Niemandsland ist ein liebenswertes Fleckchen geworden und so Gott es will sehen wir uns wieder.
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