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Interview vom 5. April 2007
Während des Merci Andi Festl 2007 nutzte Viki Waldinger die Gelegenheit Andi ein paar Fragen zu stellen.
Bist du mit dem Verlauf der Saison zufrieden? Ja, auf alle Fälle bin ich mit dem Verlauf zufrieden, bis auf die letzten Rennen. Bis zur WM bin ich super zufrieden. Dann war halt die Krankheit. Und ich hab ja auch das erreicht, was ich schaffen wollte. Die Gesamtweltcupplatzierung war anfangs auch besser wie ich gedacht hab, aber dann bin ich ja eben auf den 13. Platz zurück gefallen. Es war jetzt zwar nicht schlecht, aber es währ mehr drin gewesen.
Hast du dir vor der Saison vorstellen können, dass du so eine super Leistung abliefern würdest? Ja, ich hab natürlich an mich geglaubt, wenn ich mir so was nicht vorstellen kann, dann schaff ich das eh nie. Und deshalb hab ich mir das schon vorstellen können, aber dass es dann auch so gut läuft, ist natürlich wieder eine andere Sache.
Mit was bist du nicht zufrieden? Eigentlich nur mit der Krankheit zum Schluss dann.
Wo waren die Rennen am schönsten, wo am anstrengensten? Also die schönsten Rennen waren eigentlich ... Wo waren die schönsten Rennen?! Das ist immer schwierig zu sagen. Das anstrengenste Rennen war natürlich der Massenstart bei der WM, weil ich da durch die Magenverstimmung nicht so hundert Prozent fitt war, und ich hab halt da dann einfach alles gegeben um den zweiten Platz zu halten. Das war sicher das anstrengenste Rennen, aber sicher auch das schönste.
Wie bist du mit den Schneeverhältnissen zurecht gekommen? Das war kein Problem. Überhaupt keins. Wie hatten ja überall eine Loipe, also für nicht Profisportler war’s vielleicht schlecht, aber wir hatten ja immer genug Schnee um zu trainieren.
Wo war der Schnee am besten, wo am schlechtesten? Also in Antholz war der Schnee glaub ich am besten. Am schlechtesten war er glaub ich in Oslo.
Kannst du dir vorstellen, dass Weltcups irgendwann gar nicht mehr statt finden können, da der Schnee fehlt? Ach, das ist es wieder das mit der Klimadiskussion, aber ich glaube nicht, dass das so kommen wird in den nächsten Jahren. Es hat auch schon früher in 1900 keine Ahnung, 1907 schlechte Winter gegeben, und die wird es auch immer wieder geben. Letztes Jahr war ja wieder der Jahrhundertwinter, und dieses Jahr war halt ein schlechter, aber ich denke, dass das die nächsten Winter wieder besser werden wird.
Wie bereitest du dich auf ein Weltcuprennen vor? Unmittelbar oder Langfristig?
Ach des ist egal. Beides vielleicht.
Unmittelbar würd ich erst mal sagen. Da hab ich eigentlich immer den gleichen Ablauf. Also ich steh in der Früh auf und dann geh ich zum Frühstücken. Dann mach ich Frühsport, also entweder vor oder nach dem Frühstück. Das kommt ganz drauf an, wann der Start ist. Aber meistens danach, weil der Start am Nachmittag ist. Dann mach ich halt eben meinen Frühsport. Aber nicht so lang. Vielleicht eine halbe Stunde joggen und dann Gymnastik und dann geht’s scho ins Rennen.
Hast du ein bestimmtest Ritual vor dem Start? Ein Ritual? Nein. Also im Prinzip nicht. Ich bereit mich halt immer gleich auf ein rennen vor. Ich mach halt erst mein Anschießen und dann lauf ich mich warm. Anschließend mach ich noch was schnelles. Also einen Kilometer voll gas vorm rennen und dann lauf ich mich aus. Das ist eigentlich jedes mal gleich.
Was geht in dir vor, wenn du ein Rennen läufst? Am besten ist wenn gar nichts im einem vorgeht, wenn man neutral in ein Rennen startet und man sich auf das wesentliche konzentriert.
Lässt du dich unter einem Rennen leicht ablenken und was stört dich während einem Rennen am meisten? Am meisten stört mich eigentlich immer, wenn Leute unüberlegt überholen. Im Massenstart oder so. Wenn’s da dann eh schon so eng ist, dann laufen manche einfach Kopflos durch die Leute durch. Das regt mich eigentlich am meisten auf, weil einem das ja eigentlich auch gar nichts bringt. Da macht man ein, zwei Sekunden gut, die man dann aber auch meistens schnell wieder verliert.
Und lässt du dich leicht ablenken? Teil, teil. Manchmal ist es so, das man sich ablenken lässt.
Wolltest du schon mal alles an den Nagel hängen und Biathlon Biathlon sein lassen? Ja!!!
Und wann war das? Das hat man eigentlich schon öfters. Die meisten kriegen ja nicht mit, das so ein Training ziemlich hart ist. Sich vorzubereiten auf die Saison ist eigentlich wie ein Fulltime job, bei dem man rund um die Uhr beschäftigt ist. Und wenn’s dann mal nicht so läuft und man Ärger mit irgendwas hat, mit irgendwelchen Leuten, die wichtig sind und so, da denk man sich dann: „Ja, jetzt hab ich keinen Bock mehr.“ Aber dass legt sich dann auch wieder.
An welches Rennen hast du die schönsten, die schlechtesten Erinnerungen? Also die schönsten Erinnerungen sind bei der WM, wo so viele Leute da waren, die ich gekannt hab und der zweite Platz war auch einfach bis jetzt mein bestes Ergebnis. Und die schlechtesten Erinnerungen? Boah keine Ahnung.
Bist du froh, dass die Saison vorbei ist? Ja, ich bin froh dass es jetzt endlich vorbei ist. In Oslo war ich zwar krank, und in Chanty Mansisk war ich läuferisch wieder auf einem aufsteigenden Ast und gut dabei läuferisch. Da hätte es dann ruhig noch eine Woche länger sein können. Da hätte ich dann noch ein paar gute Rennen machen können und mich noch mal im Gesamtweltcup verbessern können, aber ich bin im Großen und ganzen schon froh, dass die Saison jetzt vorbei ist. Es war ja schon wieder ziemlich lang, und man musste auch ziemlich lang auf einem hohen Niveau bleiben, dass ist das Schwierige.
Freust du dich trotzdem schon auf die nächste Saison bzw. die nächsten Rennen? Das ist noch soweit weg momentan. Ich hab je jetzt eh erst mal Urlaub und alles andere kommt dann von Haus aus. Ich freu mich dann sicher wieder im Sommer auf die nächsten Rennen. Aber momentan freu ich mich erst mal auf den Urlaub.
Was ist dein Ziel für die nächste Saison? Mit dem Ziele stecken fang ich grundsätzlich eh immer erst an, wenn ich wieder trainiere, aber natürlich hab ich im Hinterkopf, besser zu sein wie in diesem Jahr. Das will man ja eh immer. Und im Gesamtweltcup will ich die Top acht schaffen, also unter den besten acht zu sein und eine WM Medaille wünsch ich mir natürlich auch wieder.
Wie hast du dich speziell auf die WM vorbereitet? Ich hab mich genauso vorbereitet wie bei Weltcup-Rennen auch. Da muss man ja auch nichts anderes machen. Es laufen ja die gleichen Leute und deshalb hab ich versucht mich ganz normal vorzubereiten.
Gibt es für dich einen großen Unterschied zwischen einem Weltcuprennen und einem WM-Rennen? Also ich muss ganz ehrlich sagen: von der Einstellung her nicht. Wie schon gesagt, es sind ja die gleichen Leute am Start und natürlich ist es ein besonderes Flair und ein Unterschied, aber nicht so krass wie man sich das vorstellt.
Wie hast du auf die Staffelaufstellung reagiert? Gute Frage. Ich war natürlich nicht begeistert, aber ich hab nichts machen können und deshalb hab ich versucht das wegzudrängen. Ich war natürlich na ja, es war nicht in meinem Sinne, sagen wir mal so. Ich währ gerne gelaufen, aber es hat wohl nicht sollen sein. Und ich hab halt dann versucht mich auf den Massenstart zu konzentrieren. Aber es war auf alle Fälle ziemlich schwer.
Wie war die Stimmung in Antholz? Einfach nur super.
Bist du mit deiner Leistung bei der WM zufrieden? Am Anfang war ich nicht zufrieden,w eil ich immer unter die besten hätte reinlaufen können, aber bei den ersten rennen hab ich das leider wegen dem Schießen nie so geschafft. Das war mir halt dann schlicht verwährt, dass ich vorne reinlaufe, aber mit der Silbermedaille war ich dann wieder voll zufrieden. Nur mit den ersten Rennen halt nicht. Sonst ist sie ja super für mich gelaufen. Weil ne Medaille muss man erst mal erreichen.
Fändest du es besser, wenn die WM nur alle zwei Jahre stattfinden würde? Des ist eigentlich egal. Jedes Jahr ist eigentlich besser, Wenn die WM nur alle zwei Jahr währe, dann hätte man in vier Jahren auch drei Höhepunkte, Des währ dann nur ein Höhepunkt weniger, wegen der Olympiade.
Was hast du bis jetzt nach der Saison gemacht, und was willst du noch machen? Ich war jetzt eine Woche in Mallorca beim Radfahren und nach trainieren, und dann war ich eigentlich zu Hause. Ich hab noch einen Haufen Bürozeug zum erledigen gehabt und das hab ich jetzt erst mal gemacht.
Was planst du für dieses Jahr und worauf freust du dich zur Zeit am meisten? Am meisten freu ich mich zur Zeit auf meinen Urlaub. Ab nächster Woche bin ich dann 14 Tage in der Sonne und wenn ich dann zurück bin wird ich dann mit vollem Elan in die Saison gehen.
Mit wem würdest du gerne einen Abend verbringen und warum? Einen Abend? (lacht) Und Warum? Na das ist gut. Das kann ich jetzt gar nich so sagen. Mir fällt grad nichts ein.
Wo verbringst du deine Freizeit am liebsten? Zu Hause eigentlich. Ich bin da so selten und zu Hause ist es ja bekanntlich am schönsten.
Wohin würdest du auswandern? Wenn ich müsste? Fünf Kilometer über die Grenze nach Österreich.
Wo verbringst du deinen Urlaub am liebsten? Ich hab jetzt noch nicht so viele Orte, wo ich war, aber Cran Canaria war immer ganz lustig, wenn ich da mit Freunden war, aber ich denke Thailand wird sicher auch schön. Es gibt so viele schöne Orte.
Hast du ein Vorbild, wenn ja, welches? Ein Vorbild? Also momentan hab ich keins.
Hattest du mal eins? Also früher war mein Vorbild Fritz Fischer.
Wo kaufst du deine Klamotten? Welche genau?
Alle.
Also die kauf ich so in verschiedenen Geschäften. So überall halt.
Warst du früher gut in der Schule, was war dein Lieblingsfach, welches hast du gehasst? Also mein Lieblingsfach war ... was war eigentlich mein Lieblingsfach? (kichert) Sport, das war mein Lieblingsfach. Mir haben so eher so die ... Mathesachen gefallen. Das waren meine Lieblingsfächer. Deutsch zum Beispiel hab ich gehasst. Seitenlange Aufsätze schreiben und so.
Was bedeutet für dich Familie? Das ist mir auf alle Fälle sehr wichtig. Also mit das wichtigste, was es eigentlich gibt.
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